Starkes Schwitzen – Ursachen und Gegenmaßnahmen

Posted by in Gesundheit Schlagwörter: , , on 13. August 2015 0 comments

Reutlingen (www.sportbegeistert.net): Jeder Mensch schwitzt und das ist auch gut so, man könnte fast sagen, es ist lebensnotwendig. Immerhin dient der Schweiß der Wärmeregulation und sorgt dafür, dass im Körper immer die richtige Temperatur vorherrscht. Bei manchen Menschen ist die Schweißproduktion allerdings außer Kontrolle geraten. Dies kann ganz simple und wenig gefährliche Gründe ebenso wie ernsthafte Krankheiten als Ursache haben.

Starkes SchwitzenBildquelle: Fotolia: Datei: #62078995 | Urheber: Jürgen Fälchle – Hot summer day

Hyperhidrose richtig angehen

In seltenen Fällen fangen manche Menschen ohne ersichtlichen Grund an zu schwitzen. Ist dies chronisch zu beobachten, wird dies als Hyperhidrose bezeichnet, die verschiedene Ursachen haben kann.

In jedem Fall sollte der Gang zum Arzt angetreten werden. Meist bedient sich dieser des Jod-Stärke-Tests und erhält hierdurch wichtige Informationen zur Diagnosestellung.

Therapeutische Ansätze gibt es nach der Diagnose unterschiedliche. Welche hiervon angewandt werden, hängt auch von dem Schweregrad der Erkrankung sowie der Belastung des Betroffenen ab.

Therapeutische Maßnahme Beschreibung
Spezielle Antitranspirante Sie sind eine Art starkes Deodorant. Es gibt sie als Deoroller, Gel, Pulver oder Lotion. Sie werden direkt auf die Haut aufgetragen und dämmen die Schweißbildung ein.
Natürliche Mittel Vor allem Salbeiextrakte werden eingesetzt, die als Tablettenform zur Anwendung gelangen oder als Salbe direkt auf die Haut aufgetragen werden. Mittlerweile ist auch Bockshornklee ein beliebtes und effektives Mittel gegen übermäßige Schweißproduktion.
Botulinumtoxin A Hierbei handelt es sich um ein Nervengift, das über eine Spritze verabreicht wird. Es soll die Ausschüttung des Botenstoffs Acetylcholin unterdrücken und die Aktivität der Schweißdrüsen eindämmen.
Operative Eingriffe Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten von der Entfernung von Hautpartien bis zur Entnahme von Schweißdrüsen oder der Blockade von Nerven. Operiert wird in der Regel aber nur bei einer extrem schweren Erkrankung.

 

Weiterhin gibt es Maßnahmen, die nicht direkt zur Bekämpfung der Erkrankung gedacht sind, sondern eher darauf abzielen, den Betroffenen den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern und psychische Folgeschäden einzudämmen. Autogenes Training und andere Entspannungstechniken sowie eine Umstellung des Lebensstils, um Stresssituationen zu vermeiden, gehören dazu.

Der Körper und seine schweißtreibende Arbeit

Schwitzen ist eigentlich ein natürlicher und wichtiger Prozess. Über zwei Millionen Schweißdrüsen können auf der gesamten menschlichen Haut nachgewiesen werden. Lediglich auf der Lippe und der männlichen Eichel sind Schweißdrüsen nicht zu finden. Auf der Stirn, dem Fuß sowie der Hand dafür umso mehr.

Für die Schweißbildung ist das vegetative Nervensystem verantwortlich. Auch wenn es die meisten Menschen nicht mitbekommen, schwitzt der Mensch täglich mehrere Liter aus. Schweiß, der einen sauren pH-Wert aufweist und sich aus Wasser, Natriumchlorid, Harnsäure, Harnstoff und Ammoniak zusammensetzt und auch einige Mineralstoffe enthält, schützt den Körper vor zu hoher Wärmeentwicklung, indem er hohe Temperaturen aus dem Körper nach außen leitet.

Schweißbildung lässt sich auf zwei verschiedene Ursachen zurückführen:

  • Emotionale Schweißbildung: Vor einer Rede an ein großes Publikum oder aus Panik – den typischen Angstschweiß kennt jeder. Der Grund für das Schwitzen in Stresssituationen ist in der Ausschüttung von Stresshormonen zu finden, die letztendlich zu einer Hyperaktivität der Nerven führen, welche die Schweißproduktion regulieren.
  • Thermoregulatorisches Schwitzen: Wie der Name bereits vermuten lässt, hängt das thermoregulatorische Schwitzen mit der Körpertemperatur zusammen. Erhitzen sich Blut und Körper, ist Schweißbildung die Folge.

Diagnostizierte Hyperhidrose unterscheiden

Beim übermäßigen Schwitzen dient die Schweißproduktion keinem thermoregulatorischem Zweck mehr. Bei manchen tritt die abnormale Schweißbildung lediglich am Tage auf, bei anderen lediglich bei Nacht. Grundsätzlich wird zwischen einer primären und sekundären Hyperhidrose unterschieden.

  • Erstere tritt faktisch ohne ersichtlichen Grund auf. Die Betroffenen sind nicht überanstrengt oder nervös und auch keiner großen Hitze ausgesetzt. Die primäre Hyperhidrose ist zumeist mit starker sozialer Einschränkung verbunden, da die Schweißproduktion völlig unkontrolliert auftritt.
  • Letztere, die sekundäre Hyperhidrose, lässt sich in der Regel auf eine sehr konkrete Ursache eingrenzen. Sie geht mit körperlichen Veränderungen wie den Wechseljahren oder starker Gewichtszunahme einher und kann auch als Nebenwirkung einer medikamentösen Behandlung in Erscheinung treten.

Wer sich nicht sicher ist, ob und auf welche Art seine übermäßige Schweißproduktion mit einer Erkrankung zusammenhängt, der sollte auf jeden Fall mit seinem Hausarzt in Kontakt treten.